mensch macht stadt

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Amon Thein, Oldenburger Lokalteil 19.07.2011

Zwischen Urbanität und Langeweile

Die Berliner Filmemacher Holger Lauinger und Daniel Kunle haben mit „Mensch macht Stadt“ einen liebevollen Dokumentarfilm über das Oldenburger Bahnhofsviertel vorgelegt. Zwischen alten Strukturen und komplettem Neuanfang entspinnt sich eine unaufgeregte, kluge Reflektion zur Vergangenheit und Zukunft des Quartiers.

Es beginnt mit Schranken, den offensichtlichen Grenzen des Bahnhofsviertels am Hafen. Die Schranken senken sich, der Schaffner im vorbeifahrenden Zug kündigt in schlechtem Englisch das Ende der Reise an: Oldenburg in Oldenburg. Die Kamera schwebt unterdessen weit darüber, gibt den Blick frei auf das Bahnhofsviertel: durcheinander gewürfelte Architektur zwischen Hafen und Hauptbahnhof. In kaum einem anderen Viertel gab es in der Vergangenheit so viele einschneidende Veränderungen. Investoren kamen, alte Strukturen gingen verloren. Zurück bleibt ein Quartier, das nicht weiß, was es ist.
Hier setzen die beiden Berliner Filmemacher Holger Lauinger und Daniel Kunle an, die im Auftrag der Kulturetage einen Dokumentarfilm über das Viertel drehten. In ihrem anderthalbstündigen Werk geben sie dem Quartier und seinen Bewohnern ein Gesicht. Jeder lebt hier in seiner eigenen, kleinen Welt, und auch wenn alle diese Welten nebeneinander liegen, scheinen sie sich nur selten zu kreuzen. Zwar vermag keiner der Protagonisten zu beschreiben, was dieses „Quartier“ denn nun tatsächlich ist, doch jeder einzelne steckt im Verlaufe des Films ein kleines Stück der Landkarte ab. Jeder hat seine eigene Sichtweise, die Filmemacher halten sich zurück, beobachten und lassen geschehen. Die Welt, die sich damit zeichnet, kennt keine rechten Winkel. Es entsteht eine kluge, unauffällige Reflektion, gelenkt durch Lauinger und Kunle.

KinderhĂĽpfburg und Goldener Anker

Die beiden geben dem Viertel ein sympathisches Gesicht, verweben behutsam die verschiedenen Lebensentwürfe, zeigen Asylbewerber, Rockerbande, Autoschrauber und Banken-Vorstand. Jeder Lebensentwurf hat hier Platz. Auch der Soundtrack kommt aus dem Quartier, unter die Bilder mischen sich fordernd die Ska-Rhythmen der jungen Band Skalinka, die in einem dunklen Keller im Viertel probt. Die Klänge der Elektrotüftler von Anda schweben über dunklen Nachtbildern und hellen Reklametafeln. Humorvoll und mit Liebe zu ihren Figuren montieren die Regisseure die Welten aneinander, die Kinderhüpfburg vor dem Club der Red Devils, die fröhliche afrikanische Hochzeit in der Kaiserstraße, der geläuterte Drogenabhängige in der kleinen Kirche in der oberen Etage.
Hier passt nichts zusammen, und doch scheint es untrennbar verwoben. Sylvia Stanek, Wirtin des „Goldenen Anker“, sucht lange nach Erklärungen, wie sie hierher gekommen ist, warum sie überhaupt noch hier ist. Sie ist die letzte, die eine Konzession für den Betrieb eines Bordells an diesem Ort hat. Es gibt immer wieder Probleme, aber sie wird wohl bleiben. Im Hintergrund läuft Ballermann-Musik, sie steht verschmitzt am Tresen und sagt: „Es ist doch so: Keiner will den Anker haben, aber jeder benutzt ihn.“ Von dieser liebenswerten Vielfalt scheinen die Planer der künftigen „Hafencity“ nichts zu wissen, und wenn, dann enttarnen sie sich selbst. Sie sprechen vom architektonischen „Reiz der Flucht“ und davon, dass schon viel bewegt wurde. Die drei hochzufriedenen Männer in Anzügen freuen sich mechanisch, dass die Entwicklung dieser „unberührten, verwahrlosten Ecke“ nun in „die richtige Richtung geht“. Die fragile Identität des Viertels droht hier in Marketing-Phrasen verloren zu gehen.

Abschied von der Vielfalt?

Dieser Leere entgegen stellen die Filmemacher den unbändigen Willen und die Kreativität der Viertelbewohner. Die kreative Klasse in direkter Nachbarschaft der Gutbetuchten im künftigen Wohngebiet am Hafen, das mag den Planern und Investoren gefallen, bei den Viertelbewohnern jedoch zeichnet sich mancherorts ein Bild der Melancholie. Wenn im Film immer wieder die kleine Helikopter-Kamera über dem Viertel schwebt, klingt in den Worten der Protagonisten die Unsicherheit über den Verlust der gewachsenen Strukturen mit. Es wird keinen schöneren Platz als diesen für die Wagenburg geben, ahnen seine Bewohner. Die gewollte Aufwertung des Viertels könnte ein Abschied von der lebendigen Vielfalt des Quartiers sein. Vielleicht ist aber auch nur ein neuer Anfang, der die vielen kleinen Welten näher zusammen bringt. Der Stadtsoziologe Walter Siebel zumindest beschwört im Film die urbane Stadt; mit Schmuddelecken, unkontrollierte Räumen und lebenswichtigen Spannungen. Wenn man das bereinigt, sagt er, eine Stadt klinisch sauber macht, dann werde sie langweilig. „Urbanität ist aufgespannt zwischen den beiden Archetypen europäischer Städte, nämlich Jerusalem und Babel. Eine Stadt muss beides haben, nicht nur eines. In Babylon stirbt man an der Sünde und in Jerusalem an der Langeweile.“

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Beate Lama 26.05.2011 Oldenburger Lokalteil

Mensch, Macht und Stadt

Einen 90 minütigen Dokumentarfilm mit dem Titel „Mensch macht Stadt“ haben zwei Berliner Filmemacher im Auftrag der Kulturetage im Bahnhofsviertel Oldenburg gedreht. 38 Menschen, die auf unterschiedliche Art und Weise mit dem Viertel verbunden sind kommen zu Wort und äußern sich über die Sanierungspläne der Stadt für ihr Quartier.

Geht es nach den Wünschen der Stadtplaner, dann soll das Oldenburger Bahnhofsviertel zu einem kreativen, bunten und lebendigen Viertel umgestaltet und ein Aushängeschild für die Stadt und deren kreatives Potential werden. Die Menschen aber, die im Bahnhofsviertel leben oder arbeiten bewerten dieses Vorhaben der Stadtverwaltung durchaus unterschiedlich. Die einen sehen das Viertel schon als einen kreativen Ort und fragen sich, warum dies in der Stadt nicht wahrgenommen wird. Andere befürchten eine „Schönsanierung“, die nur darauf abzielt, das Image der Stadt Marketinggerecht in Szene zu setzen und Mieten und Immobilienpreise in die Höhe zu treiben. Einige wiederum, erhoffen sich eine Aufwertung des Viertels und ihrer eigenen Aktivitäten.
All dies greift der Dokumentarfilm „Mensch macht Stadt“, über das Oldenburger Bahnhofsviertel und seine Menschen auf. Mit ihrem „Blick von außen“ nehmen zwei Berliner Filmemacher, Daniel Kunle und Holger Lauinger, die Menschen, die im Bahnhofsviertel Oldenburg leben und arbeiten in den Fokus ihrer Betrachtungen. Sie begleiten Künstler und Bänker, Rocker und Rotaryer, Wagenburgler und Architekten mit ihrer Kamera. Und es gelingt ihnen, die Menschen selbst in den Mittelpunkt zu stellen und nicht ihre Funktionen. Kunle und Lauinger zeigen die unterschiedlichen Vorstellungen und Lebenskonzepte von Menschen, die in einem engen, städtischen Raum, wie dem Bahnhofsviertel leben und lassen diese gleichberechtigt nebeneinander stehen. Sie geben den Menschen Zeit sich vor der Kamera zu entfalten und wohl zu fühlen, lassen sie zu Wort kommen, hören ihnen zu und der Zuschauer geht mit ihnen mit.

Einblicke in das Leben im Quartier

Die 38 Mitwirkendenden erzählen über das Viertel und ihr Leben dort. Sie sprechen über ihre Sorgen, Hoffnungen und Befürchtungen, die die Veränderungen im Bahnhofsviertel in ihnen auslösen. Bewohner des Viertels gewähren Einblicke in ihr persönliches Umfeld, ihr Leben im Quartier. Menschen, die im Bahnhofsviertel arbeiten öffnen ihre Arbeitsräume. „Wir selbst wollten uns von den Menschen im Viertel überraschen lassen“, sagte Bernt Wach, Geschäftsführer der Kulturetage, die den Film im Rahmen des Projektes „Herzblut für das Bahnhofsviertel“ produzierte. „Diesen Film haben wir mit Autoren, die meiner Meinung nach unseren soziokulturellen Ansatz ideal umsetzen können, gemacht“. Er ist zufrieden: „Das Ergebnis hat meine Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern übertroffen“. Die beiden Berliner machen oft die Widersprüchlichkeit von konstruierter Umwelt, städteplanerischen Konzepte und die soziale Realität der dort lebenden Menschen zum Thema ihrer Filme. „Ich wollte den Blick von außen“, ergänzt Susan Mertineit die Frage nach den Auswahlkriterien für die Berliner Filmemacher. Sie selbst arbeitet seit vielen Jahren in der Kulturetage im Bahnhofsviertel und hatte die Produktionsleitung für „Mensch macht Stadt“ übernommen. „Ich wollte einen freien, unvoreingenommenen Blick.“
Wie genau dieser Blick auf und aus dem Bahnhofsviertel ist, kann bei der Premiere des Films „Mensch macht Stadt“ am Freitag, den 27. Mai um 22 Uhr im Hof der Kulturetage in der Bleicherstraße gesehen werden. Der Eintritt zur Premiere ist frei, ein Geschenk an das Bahnhofsviertel und deren Bewohner. Bei Regen steht die Halle der Etage als Kinosaal zur Verfügung. Die Filmemacher Daniel Kunle und Holger Lauinger werden ab 20 Uhr vor Ort sein, um mit den Besuchern ins Gespräch zu kommen und Fragen zum Film zu beantworten.

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Taz 26.05.2011

Mensch macht Stadt

Kennste eins, kennste alle? Bahnhofsviertel haben so ihren eigenen Charme, der sich für Stadtentwickler und Politiker nicht immer erschließt. Ist ja auch klar: Was zum Beispiel Kreative an einem Quartier schätzen, ist anderen Menschen ein Dorn im Auge. Billige Mieten zum Beispiel. Gegenden müssen ja immer aufgewertet werden.
Dem Oldenburger Bahnhofsviertel steht das nun bevor. Der Film "mensch macht stadt" beschäftigt sich mit diesem Umbruch, 35 Menschen erzählen, was sie über das Viertel denken, dessen Vergangenheit und die geplante Zukunft. Dabei dürften nicht nur Nicht-Oldenburger über die Vielfalt staunen, die sich in den Nischen des Quartiers, zwischen Rotlicht und Hafen entwickelt hat.
Im Zentrum der Sanierung des Viertels steht die Kulturetage, die eine Art Keimzelle des neuen Oldenburger Bahnhofsviertels sein soll.

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Holger Lauinger, boell.de 2012

mensch macht stadt – Neue Möglichkeiten der Teilhabe schaffen

Die städtischen Gesellschaften driften zunehmend auseinander. Zusammenhalt und Teilhabe sind gefährdet. In wachsenden Städten und in den Metropolen wird Wohnraum knapp und die Mieten steigen. Viele städtische Quartiere befinden sich im Umbruch. Anwohnermilieus werden latent durch Mietpreispolitiken ausgetauscht. Der städtische Sozialraum wird nach Finanzkraft von Bevölkerungsgruppen stringenter hierarchisiert. Die aktuelle Finanzkrise heizt diese sich zuspitzende Situation noch an. In- und ausländisches Kapital will sich vor einer eventuellen Entwertung in „Beton retten“. Der Miet- und Wohnungsmarkt überhitzt zu Ungunsten der Bevölkerung.
In schrumpfenden und strukturschwachen Städten stellen sich vermehrt Fragen der Finanzierbarkeit und zukünftigen Gestaltung der notwendigen Daseinsvorsorge für die Bürgerinnen und Bürger. Die deutschen Kommunen sind mit circa 130 Milliarden Schulden belastet. Die städtischen Kassenkredite, eine Art zinsintensiver kommunaler Dispo für die Bewältigung laufender Aufgaben, schnellt vielerorts in riskante Höhen. Fiskalpakt und Schuldenbremse werden die kommunalen Kämmerer zur strikten Reduzierung von Haushaltsdefiziten zwingen. Ostdeutsche Kommunen müssen sich zudem auf weniger werdende EU-Fördermittel ab 2014 und ein degressives Ende der Finanzmittel aus dem Solidarpakt II bis 2019 einstellen.
Kommunale Haushalte werden rigide sparen. Die sogenannten „freiwilligen Aufgaben“, also auch Bereiche von Kultur und Soziales werden noch stärker nach Sparvorgaben diskutiert und auch absehbar wegfallen.
Viele Ursachen dieser Sachzwänge sind auf der kommunalen Ebene nicht aufzuheben, hierfür müssten politische und ökonomische Rahmenbedingungen von höheren politischen Ebenen verändert werden. Umso wichtiger aber ist auf der untersten politischen Verantwortungsebene den Gedanken der Inklusion zu stärken, auch wenn hierfür neue, alternative Entwicklungspfade beschritten werden müssen. Lebensqualitäten in Städten werden sich zunehmend dadurch unterscheiden, ob es der lokalen Politik gelingt, die Anliegen ihrer Bürgerinnen und Bürger ins Zentrum ihrer Entscheidungen zu nehmen und allen Bevölkerungsschichten soziale und politische Teilhabe zu ermöglichen. Ein enormer Anspruch, eine gesellschaftliche Suchbewegung, die auch den Mut von Verantwortungsträgern in Politik und Verwaltung bedarf. Viele neue Formen der Teilhabe setzen den Mut zur Verantwortungsübergabe und -übernahme voraus. Zu Gewinnen gibt es ein Mehr an lokalem Zivilengagement, Selbstorganisation und Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit Ihrem Lebensumfeld.
Der Bedarf an einem Ideentransfer von neuen Beteiligungsmöglichkeiten und Erfolgsgeschichten alternativer Projektansätze wächst stetig. Ein Film bietet sich hierfür als geeignetes Kommunikationsmedium an. Schon das Erlebnis gemeinsamen Schauens und Diskutierens von Projektbeispielen kann erste Impulse für zivilgesellschaftsfördernde Prozesse vor Ort in Gang setzen. Mit den Filmen „Nicht-Mehr|Noch-Nicht“ (2004), „Neuland“ (2007), „mensch macht stadt“ (2010) und „Wir könnten auch anders“ (2012) versucht die „Sein im Schein Filmproduktion“ die gesellschaftliche Umbruchsituation, Lebenswirklichkeiten wie auch alternative Projektansätze darzustellen und in den lokalen Diskurs einzubringen. In zahlreichen Film- und Diskussionsveranstaltungen sind auf Einladung der Heinrich-Böll-Stiftung Bürger und ihre Kommunalpolitiker in angeregte Gesprächssituationen gekommen.
Während einer Diskussionsveranstaltung „mensch macht stadt“ in Schwerin setzte sich das Publikum den Erfahrungen von Anwohnern des Bahnhofviertels in Oldenburg aus. Dort löste eine kommunale Großplanung für ein benachbartes Wohnquartier Unbehagen und den Wunsch nach mehr Beteiligungsmöglichkeiten in Planungsprozessen aus. Das Publikum diskutierte die Oberflächlichkeit des Schweriner Stadtentwicklungskonzepts und die bisher vergebene Chance ernstgemeinter Beteiligung der Bürger.
Ideen wie Bürgerhaushalte als Möglichkeit der direkten Demokratie vor Ort oder Zwischennutzungen als Win-win-Situation bei Immobilienleerstand finden an immer mehr Orten wachsenden Zuspruch. Cross-over-Lösungen, beispielsweise die Verknüpfung Regenerativer Energien mit Ansätzen sozialer Teilhabe, stellen positive Beispiele dar. Ebenso könnten lokale Diskurse über Gemeinwohlgüter und Formen der Allmende die Attraktivität von Städten und Gemeinden stärken und auch den Zuzug neuer Einwohner bringen.
http://www.boell.de/wirtschaftsoziales/wirtschaft-soziales-15692.html